Samstag, 14. Dezember 2013

Gebaute Reportage - im Spotlicht eines Scheinwerfers

Viele Journalisten betrachten die Reportage im Gegensatz zum Bericht als Kür ihres Alltags. Was unterscheidet die Reportage vom Bericht? Was zeichnet sie aus?


Die Reportage lebt von Eindrücken und Beobachtungen. Während ein Bericht vor allem Fakten wiedergeben muss, konzentriert sich eine Reportage auf einen Ausschnitt der Wirklichkeit. Sie soll dem Zuschauer das Gefühl vermitteln, dabei zu sein und die Situation nacherleben zu können. Die Reportage dient dabei als Ergänzung zum Bericht und vertieft einen bestimmten Aspekt eines Themas.

Im Fernsehen hat die Reportage eine Renaissance erlebt - die Länge des Beitrags ist dabei nicht entscheidend. Sie können 30 bis 45 Minuten dauern, oder auch als Kurzreportage z.B. im "Heute Journal" oder in den "Tagesthemen" gezeigt werden.

Ein wichtiges Element sind O-Töne. Oft tritt dabei der Reporter selber im Beitrag als Fragesteller auf. Meist werden dabei nicht Politiker oder Funktionäre interviewt, sondern "normale Menschen", die eine persönlichere Sicht auf das Thema widergeben.

Es können auch Szenen nachgestellt werden, um den Reportagecharakter zu unterstreichen, z.B. das Klingeln an einer Haustüre, die dann nicht geöffnet wird.

Besonders im amerikanischen Fernsehen tritt der Reporter oft als Akteur auf, der (gehend) in die Kamera spricht. Dieses Konzept wird auch im deutschen Fernsehen gelegentlich übernommen. Hier gilt zu beachten, dass die Aufmerksamkeit des Zuschauers für solche Szenen abnehmen kann, je häufiger diese Einstellungsform angewendet wird.

Quelle: Jörg Schönenborn / Michael Strempel: Gebaute Reportage. In: Gerhard Schult/Axel Buchholz: Fernseh-Journalismus: Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. 8. Aufl. Berlin 2011, auf: http://www.onlinejournalismus.org/programme/lsm/gebaute_reportage.pdf

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