Samstag, 14. Dezember 2013

Die 5-Shot-Regel

Jeder kann heute technisch einfach und günstig Videos produzieren. Aber wie fängt man Publikum ein? Zalbertus und Rosenblum stellen vor, wie man mit fünf Einstellungen ein wirkungsvolles Video erstellt.

Quelle: Videojournalismus. Die digitale Revolution.
Andre Zalbertus und Michael Rosenblum (2003)


Das Buch trägt den Untertitel „Die digitale Revolution“. Gemeint ist mit Revolution hier die Tatsache, dass immer mehr Menschen einfach und günstig Videos produzieren und veröffentlichen können. Zum Beispiel hat der Mixerhersteller „Blendtec“ ein Werbevideo für 50 $ gemacht.
Rosenblum/Zalbertus stellen eine Grundstruktur vor, wie man mit fünf Shots gute Videos macht.
„[…] nicht die einzig mögliche Aufnahmeart, aber es ist eine felsenfeste Grundlage, um das benötigte Bildmaterial zu sammeln. “ (74)

Die Herangehensweise basiert auf

1.    Intuition -> darum funktioniert es gut
  • „Je besser wir mit der Kamera unser instinktives Handeln einfangen können, desto besser wird der endgültige Film diese Instinkte wiederspiegeln und desto besser wird das Publikum das fühlen können, was es sieht.“ (66)
  • „Das, was du […] fühlst, fühlt das Publikum, wenn es deine Aufnahme sieht.“
  • „Sie müssen die Kamera als Verlängerung Ihrer selbst sehen. Sie kommunizieren mit [den Zuschauern). […] Fühlen Sie das Publikum. […] Folge Deinem Instinkt.“(S. 63)
  • „Richte die Kamera auf das, was deine Augen sehen wollen.“ (63)
  • „Werde eins mit dem Ereignis.“ (64)
  • „Schließ die Augen und stell Dir die Szene vor. Was siehst Du, was siehst Du ganz genau?“ (64)

2.    Logik

Bei der 5-Shot-Regel wird die Realität in kleine Stücke geteilt.


 1.    WAS?
•    Was passiert? Was macht die Person?
•    Ganz natürlich: Aufmerksamkeit auf Bewegung lenken
•    Naheinstellung Handlung

2.    WER?
•    Wer führt die Handlung / Bewegung aus? Wer ist die Person / Akteur?
•    Naheinstellung Gesicht (gern auch angeschnitten, mindestens Augen sichtbar)

3.    WO?
•    Wo findet das statt? Wo ist die Person?
•    Dem Zuschauer eine räumliche Orientierung geben
•    Umgebung erkennbar machen
•    Totalansicht der Situation

4.    WIE?
•    Wie gehören das „Was?“ und das „Wer?“ zusammen?
•    Zeigt die Anbindung der Handlung an die Person
•    Beleg dafür, dass die Aktion und die Person wirklich zusammen gehören
•    Z.B.: Over-Shoulder-Einstellung

5.    WOW!
•    Wow-Shot = Schlusseinstellung
•    Sollte besonders eindrucksvoll sein (besonders schön, spannend, gruselig,..)
•    Enthält neben Informationen vor allem gestalterische Komponenten
•    Ist ein distzierter Blick auf die Situation, ein visueller Akzent

Und hier noch ein schickes Beispielvideo.

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