Samstag, 16. November 2013

Viele Onliner, wenig Offliner

Die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie 2013 zeigt: Das Internet nimmt immer mehr Platz in unserem Leben ein. Auch bei der Generation 50plus. Lesen Sie hier weitere Ergebnisse der Studie. 



2013 sind rund 77 Prozent der Deutschen, das sind 54,2 Millionen Menschen, online. Gegenüber dem Vorjahr 2012 lag der Zuwachs lediglich bei 1,3 Prozent. Interessant ist, dass der Anstieg ausschließlich auf die Altersgruppe 50+ entfällt. Das Wachstum differenziert sich wie folgt: 50-59/ +8 Prozent;  60-69/ +9 Prozent,  70+/ +51 Prozent! Als Hintergrund lässt sich der Eintritt in das Rentenalter benennen, um weiter soziale Kontakte zu halten. Dies insbesondere zu Kindern und Enkeln, die meist nicht regional am Wohnort beheimatet sind und regelmäßig im Netz online sind (Skype, Email, soziale Netzwerke).


Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland einen Mittelplatz ein. Spitzenreiter ist und bleibt Skandinavien mit über 90 Prozent, was vorrangig an den zielgruppenspezifischen Formaten und den flächengroßen skandinavischen Ländern liegt.


Die Studie geht nicht davon aus, dass es in Deutschland in den nächsten 5 Jahren eine Online-Durchdringung wie in Skandinavien geben wird. Neben der geografisch dichteren Besiedelung sind der Grund die Offliner, die offline aus Überzeugung sind. Offliner sind gut gebildete Fernsehkonsumenten und Tageszeitungsleser, die (noch) eine bewusste Entscheidung gegen online treffen. Da Tablets dennoch in den Haushalten weiter zunehmen werden, wird ein Teil der Offliner für ein weiteres moderates Wachstum sorgen, was zu einer Online-Durchdringung von ca. 85 Prozent in 2018 führen soll. 


In der Online-Studie verläuft die Trennlinie allerdings nicht mehr nur entlang online/offline, jung/alt oder niedrige/ hohe Bildung, sondern zwischen denen, die das Internet zur Information, Aktion und Kommunikation nutzen oder eben nicht. Damit sind wir bei der Nutzungsdauer, die explodiert ist. 169 Minuten sind die Onliner täglich im Netz, eine Steigerung gegenüber 2012 um 36 Minuten. Ursache: Smartphones und Tablets. Einen solchen Anstieg in so kurzer Zeit hat es in keinem anderen Medium jemals gegeben. Das Interesse an Inhalten aus dem Internet hat in fast allen Themenbereichen zugenommen. Damit wird das www mehr und mehr zur zentralen Anlaufstelle für Informationen aus allen Bereichen des Lebens.


Vor allem beliebt sind Bewegtbildinhalte. Kontakt mit Videos haben 74 Prozent der Menschen im Netz, mit Audios 54 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf fernsehen im Internet zurück zu führen. Zu den weiteren Gewinnern gegenüber dem Vorjahr zählen Blogs und Kurznachrichtendienste.

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