Donnerstag, 24. Oktober 2013

Wie nehmen Nutzer Online-Seiten wahr? Eyetracking-Studien des Poynter-Instituts


Unter Eye-Tracking wird die wissenschaftliche Methode verstanden, womit die Analyse von Blickverläufen und die Fixierung des Blickes auf bestimmte Punkte untersucht werden kann.

Das Poyntner Institute setzt Eye-Tracking Analysen bereits seit dem Jahr 1990 ein und hat seit dem (Stand 2004) über 582 Leser von Zeitungen und Journalistischen Webseiten auf Ihre Lesegewohnheiten hin untersucht.

Zur ersten Studie „Eyes on the news“ 1990 wurden 90 Leser aus St. Petersburg, Minneapolis und Orange County an fünf aufeinanderfolgenden Tagen beobachtet. 

Die wichtigsten Erkenntnisse im Jahr 1990 waren:
  • Erst werden Bilder und Illustrationen wahrgenommen, danach die Headlines, Teaser und Bildüberschriften. Zum Schluss erst der Text.
  • Bilder werden im allgemeinen sehr stark in den Fokus gerückt, weshalb auch Teaser mit Bild sehr gut wahrgenommen werden.
  • Leser „lieben“ Farbe und erwarten durch farbliche Akzente eine größere Informationsdichte.

1999 führte das Poynter Institute in Zusammenarbeit mit der Stanford University erstmals eine Eyetrackingstudie zum Leseverhalten der Nutzer im Internet durch. Dafür wurden insgesamt 67 Teilnehmer ausgewählt, die mindestens 3 mal wöchentlich Onlinenachrichten lesen. Diese durften unter Einsatz eines Eyetrackingverfahrens ihre Lieblingsnachrichtenseiten durchblättern. Somit sollte herausgefunden werden welche Art von Artikeln besonders oft gelesen werden, wie viel gelesen wird und wie wichtig dabei Überschriften, Grafiken und Fotos sind.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie 1999 im Überblick:
  • Die Nutzer lesen zuerst die Textbausteine (Überschriften, Teaser, Bildunterschriften,…)
  • Fotos sind attraktiver als Grafiken
  • Es wird zwar meist recht oberflächlich, dafür aber weit gefächert gelesen
Im Jahre 2003, kam in Zusammenarbeit mit der Universität von North Carolina eine tiefergehende Studie zum Onlineleseverhalten von Nutzern zustande. Dafür wurden 46 Teilnehmer aus San Francisco beim Durchstöbern von Nachrichtenseiten und anderen multimedialen Inhalten beobachtet.

Dabei konnten folgende Ergebnisse festgehalten werden:
  • Das Auge der Leser hält zuerst im oberen linken Bereich der Website inne (meist Logoregion). Erst dann wird der Rest von links nach rechts gescannt.
  • Der Navigation kommt eine große Bedeutung zu. Auch hier verweilt das Auge lang.
  • Dominante große Überschriften werden öfter gesehen als kleinere Überschriften.
  • Unterstrichene Überschriften oder andere Unterbrechungslinien sind eher hinderlich, da sie zum Nicht-Weiterlesen führen.
  • Der Text ist wichtiger als das Bildmaterial.
  • Je weiter unten ein Artikel ausgeführt wird, desto weniger wird er gelesen.
  • Kurze Zusammenfassungen unter Überschriften werden sehr oft gelesen.
  • Werbung sollte idealerweise im oberen oder linken Abschnitt platziert werden, bzw. in der Nähe von redaktionellen Inhalten.

Weitere Informationen zu aktuellen Studien zum Leseverhalten auf Tablets findet ihr hier.

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